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Lassen wir uns berühren
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Kommentar. Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt“ – dieser Talmudspruch ist in den Ring eingraviert, den die Juden Oskar Schindler als Geschenk übergaben. Aus echtem Zahngold gemacht, war der Ring am 8. Mai 1945 das einzige, was sie besaßen, um Schindler, der sie in seinem Betrieb beschäftigt und damit vor dem sicheren Tod bewahrt hatte, für ihr Leben zu danken. 
Und heute? Es sind so viele, die gerettet werden müssten, so viele. Vor ihrem fünften Geburtstag sterben jeden Tag weltweit 16000 Kinder, oft an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria oder Diarrhoe. 200 Buben und Mädchen werden jeden Tag weltweit ermordet. 28 Millionen Kinder sind weltweit vertrieben worden. 156 Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden unter Wachstumsverzögerungen, bedingt durch chronische Mangelernährung. Das entspricht einem Viertel dieser Altersgruppe. Zusammengefasst: Mindestens 700 Millionen Kinder weltweit werden ihrer Kindheit beraubt, wie aus Zahlen von Hilfsorganisationen hervorgeht, die jetzt zum Weltkindertag veröffentlicht worden sind. Es sind Zahlen, die kaum an uns herankommen. Sie sind schwer fassbar. Wir hören, lesen, verstehen diese Fakten, aber wir werden emotional nur wenig davon berührt – und davon hängt unser Handeln ab. 
Ganz anders ist das natürlich bei unseren eigenen Kindern. Mit dem ersten Schrei zieht es uns die Beine weg, das erste Lächeln öffnet einen Blick in den Himmel, die ersten Schritte brennen sich tief in die Erinnerung ein. Und mit jeder Lebensphase kommt etwas Neues, Großes, Schönes hinzu. Gottlob zumindest die meisten Eltern im reichen Westen nehmen intensiv Anteil am Wachsen und Werden ihrer Kinder. Sie sind an ihrer Seite. Spielen, lernen, lachen mit ihnen. Sie bemühen sich nach Kräften, die Talente der Sprößlinge zu fördern und das rechte Maß in der Erziehung zu finden. Die Kinder sollen sich entfalten können, eine Kindheit voller Liebe und Fürsorge erleben dürfen. 
Was wäre gewonnen, wenn es uns nur gelänge, ein klein wenig dieser Geborgenheit zu exportieren in die Regionen der Welt, wo es all das nicht gibt. Wo Kindern das Recht auf Gesundheit, Bildung und Schutz versagt ist. Wo Buben und Mädchen dahinvegetieren, der vollkommenen Hoffnungslosigkeit überlassen werden. Wo sie schon in jungen Jahren abstumpfen, in einem Strudel aus Gewalt und Angst taumelnd versinken. 
Dabei mahnen Helfer seit langem:  Wenn die Weltgemeinschaft diesen Kindern nicht hilft, dann werden wir alle irgendwann einen enormen Preis zahlen. Vielleicht wirkt freilich die umgekehrte, positive, Formulierung, die Matthäus vor nicht ganz 2000 Jahren formuliert hat, noch stärker: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)
 


Autor: Wolfgang Krinninger
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