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Die Not der Welt im Blick
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Dreifaltigkeitsbruderschaft Sankt Salvator hilft notleidenden Christen im Nahen Osten

Sankt Salvator. Die Zahl ist atemberaubend: 18000 Männer und Frauen gehörten einst zur „Erzbruderschaft der Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ in Sankt Salvator bei Bad Griesbach. Früher wurden mit den Mitgliedsbeiträgen gefangene Christen im Orient freigekauft. Mitgliederzahl und Zweck haben sich geändert – Gutes aber wird noch immer getan: Heute geht das Geld an notleidende Christen im Nahen Osten.
Der Dreifaltigkeitstag ist für die Pfarrei St. Salvator jedes Jahr ein großer Festtag. An diesem Tag feiert die Pfarrkirche und ehemalige Stiftskirche „Hl. Dreifaltigkeit“ das Patrozinium und das Hauptfest der Dreifaltigkeitsbruderschaft.
Die Erzbruderschaft der Allerheiligsten Dreifaltigkeit wurde bereits im Jahre 1734 vom Prämonstratenserorden gegründet. Hauptziel der Bruderschaft des Trinitatisordens war der Loskauf gefangener Christen. Schon nach 24 Jahren war die Mitgliederzahl auf 18000 Männer und Frauen gestiegen. Laut mündlicher Überlieferung waren auch Mitglieder aus Amerika dabei. Das bekannteste Mitglied war der heilige Bruder Konrad von Parzham. Zwei Erinnerungsmerkmale an die Bruderschaft besitzt die Kirche heute noch: Den schönen, künstlerisch überaus wertvollen Marienaltar des Bildhauers Josef Deutschmann (die Marienstatue hält ein Skapulier) und die Fahne der Dreifaltigkeitsbruderschaft. Auf dieser Fahne ist der Loskauf von drei mit Ketten gefesselten Gefangenen von muselmanischen Sklavenhändlern dargestellt.
Bis in die 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts war der Bruderschaftstag der größte Festtag im Ort. Aus der ganzen Umgebung kamen Mitglieder und Teilnehmer zum Gottesdienst und zur anschließenden Dult. Auch eine große Schar Fußpilger aus der 45 Kilometer entfernten Pfarrei Hutthurm war jedes Jahr dabei. Die Hutthurmer blieben dem Bruderschaftsfest bis zum Zweiten Weltkrieg treu. Für das Fest wurden früher 
40 bis 50 Hektoliter Bier und das Fleisch von elf Kälbern benötigt. Traditionell wurde an diesem Tag auch Met ausgeschenkt. Dieser wurde auch später noch in St. Salvator hergestellt. 
Leider geriet die Bruderschaft dann fast ganz in Vergessenheit. Erst vor etwa 20 Jahren tauchte wieder ein Heft auf, in dem zwölf Mitglieder der Dreifaltigkeitsbruderschaft verzeichnet waren, von denen nur noch drei lebten. Dem damaligen Stadtpfarrer Dr. Oswin Rutz und dem jetzigen Stadtpfarrer Gunther Drescher ist es zu verdanken, dass die Dreifaltigkeitsbruderschaft wieder so lebendig ist. Den größten Anteil daran hat aber Rosemarie Krompaß, die sich seit dieser Zeit mit viel Energie für die Bruderschaft einsetzt. Sie ist fleißig beim Mitgliederwerben, freut sich über jeden Neuzugang, kassiert die Beiträge, führt die Kasse und sorgt auch bei der jährlichen Mitgliederversammlung für das leibliche Wohl der Besucher. Dabei wird sie von vielen, auch jungen Helfern, unterstützt. Die Dreifaltigkeitsbruderschaft St. Salvator hat jetzt bereits über 100 Mitglieder und gewinnt immer neue dazu. Selbst ein Ehepaar aus Belgien ist beigetreten. Das Ziel ist die Unterstützung verfolgter Christen in aller Welt und in der heutigen Zeit besonders im Nahen Osten.
Auch heuer kamen viele Mitglieder zum festlichen Patroziniumsgottesdienst; musikalisch gestaltet vom „Burgstaller Chor“. Stadtpfarrer Gunther Drescher sprach über die Ziele der Bruderschaft und erklärte dazu, wie wichtig der Beitrag dieser Bruderschaft gerade in der heutigen Zeit für die Christen in Kleinasien, der Wiege des Christentums, sei.
Nach dem Kassenbericht von Rosemarie Krompaß war klar, dass auch heuer wieder 700 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden an notleidende Christen im Nahen Osten überwiesen werden können. Bei der Abstimmung darüber wurde beschlossen, dass dieser Betrag, wie auch im vorigen Jahr, der Salvator-Schule in Nazareth zugute kommt. In dieser Schule, die vom Orden der Salvatorianerinnen geführt wird, werden vor allem arme junge christliche Schüler aufgenommen, die sonst keine Möglichkeiten zum Schulbesuch hätten. Aber nicht nur Christen zwischen sieben und 18 Jahren können diese Schule besuchen, sondern auch Kinder aus anderen Glaubensgemeinschaften. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass junge Menschen verschiedener Religionsgemeinschaften gemeinsam aufwachsen.
 
Foto: Konrad Greineder


Autor: Therese Fischer
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