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Ein halbes Jahrhundert in Südafrika
Ein halbes Jahrhundert in Südafrika
Ein halbes Jahrhundert in Südafrika

Schweiklberger Benediktiner Leo Eireiner: Beim Heimaturlaub gibt‘s viel zu erzählen

Schweiklberg/Inkamana. Im Mai 1967 stieg der junge Schweiklberger Benediktinermönch Leo Eireiner in Venedig ins Schiff. Drei Wochen dauerte von dort die Fahrt für den gebürtigen Aldersbacher in seine neue Heimat Südafrika. Dort wirkt der inzwischen fast 80-jährige Missionar nun seit 50 Jahren.
Zur Zeit ist er auf Heimaturlaub in Schweiklberg. Und da gibt´s viel zu erzählen aus Südafrika, dem Land, das ihm im letzten halben Jahrhundert zur Heimat wurde. In seinem Kloster in Inkamana, zu dem auch ein Gymnasium gehört,  leben 35 Patres und Brüder aus 7 Nationen, zum Beispiel aus Namibia, Malawi oder Kenia. Aus der Missionsbenediktinerabtei Schweiklberg ist er inzwischen der einzige. „Ich bin der letzte Mohikaner!“ meint er dazu im Spaß.  
Im Einsatz war er in all den Jahren vor allem  in der Seelsorge – im und außerhalb des Klosters, an vielen verschiedenen Orten. Und in der Seelsorge ist er heute noch tätig. „Ich übernehme meistens die Zulu-Messen“, nennt er ein Beispiel. Das sind Gottesdienste, die er in der Sprache der Zulus, einer  afrikanischen Volksgruppe, hält. Und er gibt auch gern eine beeindruckende Kostprobe dieser Sprache mit vielen Schnalzlauten. „Dieses Schnalzen hört sich ein bisschen an, wie wenn man eine Weinflasche aufmacht“, erklärt er schmunzelnd. 
Am meisten Kopfzerbrechen bereiten ihm die vielen Bedürftigen, die um Hilfe bitten. So unterstützt er den Kindergarten in Mondlo und schaut, dass die Kleinen etwas zu essen bekommen: „Das Kindergartengeld in Höhe von 70 Rands – also rund 5 Euro pro Monat – können viele Familien nicht aufbringen“, beschreibt Pater Leo die Armut vieler Menschen in seiner Umgebung. „Auch viele Eltern, Schüler und Studenten klopfen an die Klostertür und bitten um Schulgeld und Unterstützung.“
Und in Mondlo – vom Kloster 25 Kilometer entfernt – gibt‘s auch ein Projekt, das ihm gerade besonders am Herzen liegt: Dort unterstützt er seit letztem Jahr den Bau eines Waisenhauses. Es ist angesiedelt bei einer Station, wo die Menschen auch einfache medizinische Versorgung bekommen. Die dortige Krankenschwester Marela Dlamini, Schwester seines Mitbruders Leonard, habe die Not vieler kranker und unterernährter Kinder gesehen und aus eigenem Antrieb begonnen, ein kleines zunächst provisorisches Waisenhaus zu schaffen. „Der Anfang war schon gut und ich habe dann später mit Zement und so weiter geholfen. Und vor allem mit Geldspenden“, so Pater Leo. Er hat für seine Hilfsprojekte einen Fonds zur Verfügung, wofür er einmal im Monat einen Betrag von 10 000 Rands, also gute 600 Euro, vom Kloster bekommt. „Aber das Geld ist für die vielen Hilfsbedürftigen eigentlich immer zu wenig“, bedauert der Ordensmann, für den feststeht: „Was nützen all die schönen Worte und Predigten, wenn nicht die Werke der Barmherzigkeit folgen? Ich helfe, soweit es möglich ist!“
Froh ist er darüber, dass er in der Heimat auch treue Helfer hat, die seine Projekte fördern. Wer Pater Leos Arbeit unterstützen will, kann unter dem Stichwort „Pater Leo“ spenden an die HypoVereinsbank Vilshofen; IBAN: DE64 7402 0074 0007 2021 56; BIC: HYVEDEMM445 (Spendenkonto Missionsprokura).
Am 5. August ist die Zeit in Schweiklberg für Pater Leo wieder abgelaufen. Da geht‘s dann zurück nach Südafrika. Aber vorher steht noch ein Tag an, an dem es für den Ordensmann sicher eine Menge Hände zu schütteln gibt: Am 31. Juli feiert er seinen 80. Geburtstag. Ein Stichtag, aus dessen Anlass man schon einmal so etwas wie Bilanz ziehen kann. Pater Leo: „Wenn ich nach Schweiklberg zurückkäme, wäre es, glaube ich, nicht schwierig, sich hier wieder einzuleben. Aber erst möchte ich schon noch  in Südafrika bleiben, solange ich einigermaßen gesund bin. Das Land ist schön. An die schwüle, stechende Hitze im Sommer mit bis zu 40 Grad bin ich gewöhnt. Und die freundlichen Menschen sind mir ans Herz gewachsen.“  
Und er hat ja auch noch einiges vor an seinem langjährigen Wirkungsort: „Natürlich möchte ich weiterhin in der Seelsorge tätig sein und auch das Waisenhaus in Mondlo soll noch ganz fertig werden. Neun Kinder sind zur Zeit dort untergebracht, fünf Mädels und vier Buben.“ Und so wird Pater Leo Anfang August nach einer 23 Stunden-Reise wieder in der Abtei Inkamana ankommen. Nach einem „Sanibona“, dem „Grüß Gott“ in der Zulu-Sprache, wird er dann in Südafrika wieder an die Arbeit gehen. So wie in den letzten 50 Jahren. 
 
Foto: Uschi Friedenberger


Autor: Uschi Friedenberger
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