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Weit mehr als eine Schule: Heimat
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Weit mehr als eine Schule: Heimat
Festtag in Niedernburg: Hochwassersanierung mit dem Segen Gottes gut abgeschlossen
 
Passau. Als die Ehrengäste die Aula betreten, sind die meisten ins Gespräch vertieft, es wird gelacht, philosophiert, geredet. Doch beim Blick auf die Leinwand hinter dem Podium wird manch einer still: Denn die Bilder, die dort zu sehen sind, sind nicht leicht zu verkraften. Menschen, denen das Wasser im wahrsten Sinne bis zum Hals steht, dann meterhohe Schlammberge, dazwischen die triefenden Reste ganzer Existenzen. Hochwasser 2013 – Tage der Zerstörung, wie Passau sie selten erlebt hat. Doch zwischen all dem Dreck, zwischen all dem Leid, zwischen all der Verzweiflung auch immer wieder ein Hoffnungsschimmer: ein strahlendes Lächeln auf einem abgekämpften Gesicht, ein paar kühle Bierchen, die den Helfern neue Kraft geben, Momente des Miteinanders, für die Nachwelt festgehalten. Und mitten drin: Niedernburg. Die Schule hat es schwer getroffen, vier Jahre hat die Sanierung gedauert – ein Millionenprojekt, das nur durch die Zusammenarbeit von vielen möglich geworden ist: die Regierung von Niedernbayern, die Diözese Passau, die Schulleitung, die Schulfamilie, die Architekten, die Handwerker und noch viele andere mehr haben, jeder auf seine Weise, dazu beigetragen, diese Mammutherausforderung zu meistern. Mit der Segnung des Kreuzganges ist die Sanierung nun abgeschlossen, der Weg in die Zukunft ist frei – ein Grund zum Feiern für alle, die mit dem Projekt zu tun hatten. 
Bei einem ebenso kurzweiligen wie informativen Festakt erfuhren die Gäste nicht nur einiges darüber, was in Niedernburg alles geleistet worden ist, sondern vor allem auch, was Niedernburg ausmacht: So betonte Generalvikar Dr. Klaus Metzl in seiner Ansprache, wie wichtig der Diözese die Förderung von Bildung ist, „nicht nur in den Natur- und Geisteswissenschaften, sondern in einem viel umfassenderen Sinn: Bildung, so wie sie hier in Niedernburg verwirklicht wird, meint, jungen Menschen in einer immer komplizierteren, vernetzteren, beweglicheren Welt auf der Basis von klaren Werten ein Standing zu geben, eine Orientierung, etwas, das trägt und hält. Dahinter steht die Überzeugung, dass der Mensch mehr ist als das, was er leistet und erwirtschaftet.“ Diesen Gedanken führte Oberbürgermeister Jürgen Dupper weiter aus: Jenseits der „Torheiten unserer Event-Gesellschaft“ sei man an einem Ort wie Niedernburg noch in der Lage, „zu erkennen, was wichtig ist und sich darauf zu konzentrieren.“ Es seien Fähigkeiten wie diese, die Niedernburg seit Jahrhunderten zu einem Ort machen, der Passau prägt: „Und deshalb wünsche ich mir, dass der Niedernburger Geist noch lange durch die Stadt wachlt.“ Dem schloss sich auch der stellv. Landrat Raimund Kneidinger an. Bernhard Aschenbrenner, der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Niederbayern, führte all die genannten Aspekte schließlich zusammen: Niedernburg, das sei nicht nur Schule, sondern Heimat; als Ort, an den Schülerinnen auch nach Jahren gern zurückkehren, aber auch in anderem Sinne: als Lebensgefühl, das sie mit in die Welt nehmen, wohin ihr Weg sie auch führt.
Dass Niedernburg ein inspirierender Ort ist, spürten die Gäste spätestens in dem Moment, als die Schülerinnen selbst zu Wort kamen: Denn ganz anders als bei solchen Veranstaltungen üblich, war gerade die Begrüßung der Gäste, die Schulleiter Rudolf Nerl den Schülersprecherinnen übertragen hatte, kein „notwendiger Bestandteil“ des Festakts, sondern ein absolutes Highlight, hatten sich die Schülerinnen doch für jeden Gast mit viel Witz und Charme einige gereimte Zeilen überlegt, die nicht nur Auskunft gaben zur Person, sondern auch, in welcher Weise die einzelnen zum Gelingen des Projekts beigetragen haben.
Zum Schluss ging es dann in Gruppen durch die verwinkelten Gänge, wo die Gäste dem neu sanierten Bau so manches Geheimnis entlocken konnten.
 
Foto: Barbara Osdarty


Autor: Barbara Osdarty
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