VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT    DOMPLATZ 7    94032 PASSAU    TELEFON: 0851.3931323 
    Ihr Standpunkt: Startseite | Zeitung | Einzelansicht
Ein neues Gesicht im Kloster
Ein neues Gesicht im Kloster
Ein neues Gesicht im Kloster

Zeitliche Profess für Bruder Johannes Strahl

SCHWEIKLBERG. Nanu, ein neues Gesicht an der Klosterpforte? Der 21-jährige „Neuzugang“ ist Bruder Johannes Strahl, der erste Novize seit mehreren Jahren in der Missionsbenediktinerabtei Schweiklberg. Am 2. September ist für ihn ein wichtiger Tag: Da legt er im Rahmen einer heiligen Messe um 10.30 Uhr in der Abteikirche die zeitliche Profess ab.
Für ihre Gastfreundschaft sind Benediktinermönche ja bekannt. Und auch Bruder Johannes geht sehr aufgeschlossen auf Besucher zu, holt auch mal ein Getränk aus dem angrenzenden Gästebereich für Wartende, vermittelt die Gäste unkompliziert und freundlich an die richtige Stelle im Kloster. „Ich komme aus Edenstetten (Landkreis Deggendorf), habe mich in meiner Heimatpfarrei bei der Ministrantenarbeit, als Lektor und Aushilfsmesner engagiert und länger schon den Wunsch gehabt, einmal Priester werden zu dürfen“, erzählt er über sich selbst. Dann habe er seine Mittlere Reife gemacht, eine Ausbildung zum Sozialpfleger absolviert und die Abtei Schweiklberg kennen und schätzen gelernt. Bruder Johannes: „Ich war oft als Klostergast hier und so reifte bei mir die Entscheidung, einzutreten und Mönch zu werden!“ Im März vergangenen Jahres wurde der junge Mann ins Postulat aufgenommen und seit dem 1. September 2016 ist er Novize. Aus Dominik Strahl wurde damit Bruder Johannes. Den Namen, der auf „Dominiks“ Wunschliste ganz oben stand, hat ihm der damalige Abt Rhabanus Petri dann auch gegeben. „Nach dem Evangelisten und Apostel, der seitdem wirklich ein Wegbegleiter geworden ist für mich“, erklärt der Novize. 
Und am 2. September wird nun nochmal ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nach dem einjährigen kanonischen Noviziat legt Bruder Johannes die zeitliche Profess ab. Was ändert sich dadurch für ihn? „Etwas ganz Wichtiges“, betont der Novize, „denn man verspricht dabei für eine bestimmte Zeit, bei uns sind es drei Jahre, sich an die drei Gelübde zu halten – das sind Beständigkeit, klösterlicher Lebenswandel und Gehorsam. Und die Gottsuche muss noch intensiver werden.“
Ein Handy hat der junge Mann nicht mehr, dafür ist ihm die Regel des heiligen Benedikt ein wichtiger Begleiter geworden. Darin blättert er nun bei diesem Gespräch und er zitiert folgende Stelle:  „Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er willig ist zu gehorchen und ob er bereit ist, niedrige Arbeiten zu tun.“ Die habe er auch schon verrichtet, meint Bruder Johannes, zum Beispiel Fenster putzen oder den Gang wischen: „Man muss im Kloster schließlich auch zusammenhelfen. Aber das Wichtigste ist freilich die Gottsuche!“ Sein weiterer Weg wird ihn nach Regensburg führen, wo er ab dem 16. Oktober am Rudolphinum über den 3. Bildungsweg Theologie studiert. Welche Aufgabe er später einmal innehaben wird, kann er jetzt freilich noch nicht sagen: „Im Kloster muss man sich darauf einstellen, was gerade gebraucht wird. Allgemein erhoffe ich mir vom Klosterleben, dass meine Beziehung zu Gott tagtäglich aufs Neue gestärkt wird und dass ich ein Mönch werde, der auch die Freude Gottes ausstrahlt!“
Die Reaktionen seien sehr gemischt gewesen: „Die Eltern wussten, dass ich einen geistlichen Weg einschlagen will. Aber der Schritt ins Kloster ist dann doch etwas ganz Intensives, was es auch nicht mehr so häufig gibt. Und so glaube ich, dass es dann doch noch ein kleiner Schock für sie war. Die Freunde haben das zum Teil auch nicht verstanden. Es hat sich herauskristallisiert, wer ein wahrer Freund ist.“
Beschleichen ihn noch manchmal Zweifel, ob der jetzt eingeschlagene Weg der richtige ist, ob er nicht später vielleicht doch einmal gern eine eigene Familie hätte? Darauf antwortet Bruder Johannes: „Eine wichtige Frage, die ich jetzt so nicht beantworten kann, weil auch ich nicht weiß, was die Zukunft bringen wird. Aber ich habe zutiefst den Wunsch in meinem Herzen, dass ich Mönch werden will und Mönch bleiben will. Und Mönch-Sein bedeutet immer auch, auf dem Weg zu sein. Das zieht sich durch das ganze Leben, jeden Tag aufs Neue. Und jeder Tag hat seine neuen Herausforderungen!“
 
Foto: Uschi Friedenberger


Autor: Uschi Friedenberger
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT   ARTKEL AUSDRUCKEN
VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT DOMPLATZ 7 94032 PASSAU TELEFON: 0851.3931323 E-Mail: info@passauer-bistumsblatt.de

KONTAKT IMPRESSUM ZEITUNG ABONNIEREN
 
BISTUM-PASSAU.de KATHOLISCH.de VATICAN.va BJA-PASSAU.de CARITASVERBAND-PASSAU.de
© 2011 Werbeagentur grünstich | Angerstraße 31 | 94034 Passau