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245 Vorschriften?
245 Vorschriften?
245 Vorschriften?
Wer an Mariä Himmelfahrt in der Messe war und genau zugehört hat, wird sicherlich an der ein oder anderen Stelle davon gehört haben: dem Dogma. 
Nicht nur die leibliche Aufnahme der Muttergottes in den Himmel, auch die Unfehlbarkeit des Papstes und die Lehre der Sakramente sind in der Dogmenliste aufgeführt. Doch was ist eigentlich unter einem Dogma zu verstehen? Immerhin gibt es 245 Stück. Sind es Ratschläge, wie ein aufrichtiges, katholisches Leben auszusehen hat, oder gar Vorschriften des Papstes für den Weg in den Himmel? Generell wird darunter ein Lehrsatz oder eine Meinung verstanden, die unabänderlich ist. In unserem Fall der Lehrsatz der katholischen Kirche. Das klingt jetzt erstmal sehr institutionsgesteuert, ist es aber nur indirekt. Zwar wird ein Dogma durch die Kirche, meist durch ein Konzil, festgesetzt, beziehungsweise ein Glaubensgrundsatz wird zu einem Dogma erhoben. Neues Glaubensgut wird dadurch aber nicht erfunden. Denn: der Sinn jedes Dogmas besteht darin, die Offenbarungen Jesu komplett zu bewahren und das unverfälscht. Also alles, was durch Gottes Wort überliefert wurde und von der Kirche geoffenbart wird, kann Basis eines Dogmas sein. Aber auch die Tradition spielt eine wichtige Rolle. Das, was schon die Apostel glaubten und später in der Kirche gelebt und geglaubt wurde, kann ebenfalls zum Dogma werden. Nun, wir wissen, wann die Apostel gelebt haben, das ist eine ganze Weile her. Und vielleicht gibt es auch deshalb oft Auffassungen, die Dogmen der katholischen Kirche seien veraltet und gehören überholt. Schwierige Angelegenheit. Denn die Kirche kann die Dogmen ja nicht verändern, weil sie sich nun mal auf eine von Gott geoffenbarte Wahrheit beziehen. Das Zweite Vatikanische Konzil hat aber auch festgelegt, dass alles halb so schlimm ist. Es spricht von einer „Rangordnung der Wahrheiten innerhalb der katholischen Lehre“, was heißt, dass nicht alle Dogmen gleich bedeutend und wesentlich für den Glauben sind. Manche mehr, manche weniger. Also: mal lieber nicht zu dogmatisch sein.
 
Katharina Stumpf lebt ihren Glauben bewusst und gerne. In unserer Kolumne erklärt sie alle 14 Tage einen Aspekt des katholischen Glaubens speziell für junge Menschen. Katharina ist Masterstudentin der Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Zuvor studierte die Fränkin Staatswissen-schaften an der Universität Passau. 
 


Autor: Katharina Stumpf
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