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Rettungsanker in höchster Not
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Neues Passauer Frauenhaus eröffnet - Dompropst Dr. Michael Bär segnete die Räume

Passau. Ein Haus mit hellen, freundlichen Räumen und 3500 Quadratmeter großem Garten wird künftig die Zuflucht für Frauen und Kinder in größter Verzweiflung sein: Das neue Passauer Frauenhaus wurde seiner Bestimmung übergeben. Dompropst Dr. Michael Bär segnete die Räume. Ein Festakt im großen Rathaussaal schloss sich an.
Häusliche Gewalt von Männern an ihren Partnerinnen ist immer noch ein Tabu-Thema. Aber diese Form von Gewalt nimmt zu – und zwar in allen Gesellschafts- und Altersgruppen. In Passau kümmert sich der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) seit 25 Jahren um misshandelte Frauen und die betroffenen Kinder. Das bisherige Frauenhaus platzte jedoch aus allen Nähten. 
Hildegard Stolper, die 1. Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen, hat sich mit vielen Mitstreitern unermüdlich eingesetzt und ist überglücklich über das neue Frauenhaus, das 1.450 000 Euro gekostet hat: „Ich bin so froh, dass wir nun neun Plätze und zwei Notplätze für die Frauen bereithalten können. Die Frauen sollen es gut haben, denn sie haben schon sehr viel mitgemacht, wenn sie zu uns kommen! Es dauert oft Wochen, bis sie sich nach den Misshandlungen  und Demütigungen einigermaßen beruhigen. Die Gewalt nimmt leider ständig zu“, beschreibt Hildegard Stolper die Realität.
Die Diözese Passau hat das Grundstück und eine Viertelmillion Euro für den Neubau bereitgestellt. Dompropst Dr. Michael Bär feierte mit den Verantwortlichen und Gästen im neuen Frauenhaus einen Wortgottesdienst und segnete die Räume. Genau am Gedenktag der Schmerzen Mariens öffnete dieses Haus, in dem man sich künftig um seelische und körperliche Schmerzen von Schutzsuchenden annehmen wird, seine Pforten. 
„Es ist eine helle Freude zu sehen, was hier Schönes entstanden ist“, so Dompropst Dr. Bär, der sich gut einfühlen konnte in die Bedeutung des Frauenhauses: „Dies ist eine Einrichtung für Frauen und Kinder in Not. Die Anrufe von Betroffenen kommen ganz plötzlich herein. Und die Schmerzen sind oft recht groß. Aus früherem Glück ist Hass geworden. Und Gewalt. Dann stellt sich für die Betroffenen die Frage: Wo kann ich hin? Dieses Haus bietet Schutz, denn wer Gewalt bringt, muss draußen bleiben! Es ist ein Haus, in dem geholfen wird, Schmerzen zu lindern. Am Festtag Maria Schmerzen weihen wir dieses Haus ein, das Trost schenkt!“
Beim anschließenden Festakt im großen Rathaussaal begrüßten die Verantwortlichen unzählige Unterstützer, Spender und Ehrengäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Kultur, Vereins- und Verbandsleben. Gefeiert wurde nicht nur die Eröffnung des Frauenhaus-Neubaus, sondern auch das Jubiläum „25 Jahre Frauenhaus“. 
Der Dank ging besonders an die Haupt-Verantwortliche Hildegard Stolper, die zum „Gesicht des Frauenhauses“ geworden sei, aber auch an die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Einrichtung, zu deren Einzugsbereich nicht nur Stadt und Landkreis Passau gehören, sondern auch der Landkreis Freyung-Grafenau. 
Von einem „Tag der Freude“ sprach Hildegard Stolper und Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper stellte fest: „Gut, dass es diesen Schutzraum gibt!“ Der Landesgeschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen Monika Meier-Pojda war es wichtig, die Bedeutung dieses „verschämten Themas“ anhand von Zahlen zu beleuchten: „Jede 4. Frau wird im Lauf ihres Lebens Opfer von Gewalt.“ Die Bekämpfung von häuslicher Gewalt sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, vor allem, wenn auch noch Kinder betroffen seien. Stellvertretend für alle Spender betonte Hermann Löffler von der VR-Bank Passau die Bedeutung des Frauenhauses und den Einsatz für diese Einrichtung.
Dompropst Dr. Michael Bär überbrachte die Grüße von Bischof Dr. Stefan Oster SDB und stellte an diesem Gedenktag der Schmerzen Mariens fest: „Es bleibt nicht bei den Schmerzen, wenn die Richtigen zusammenstehen. Dann können sich Schmerzen auch wieder in Freude verwandeln!“ 
 
Foto: Uschi Friedenberger


Autor: Uschi Friedenberger
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