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Mein Geld kommt an!
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Mein Geld kommt an!
Kommentar. Nicht überall ist Kirche drin, wo Kirche draufsteht. Schon bei Matthäus heißt es: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Den Begriff „Kirche“ kann sich heutzutage jeder Sektierer unter den Nagel reißen. So ist jetzt eine „christliche“ Freikirche im US-Bundesstaat Mississippi aufgefallen, weil sie Zehn-Dollar-Lose vor einem Supermarkt in der Kleinstadt Oxford verkauft hat. Das ist an sich nichts Ehrenrühriges, umso mehr aber die Hauptgewinne: Zwei halbautomatische Sturmgewehre. Dieser Waffentypus erlangte immer wieder traurige Berühmtheit, weil Amokläufer die Waffe bei Massakern einsetzten. Auch der Todesschütze von Las Vegas hatte mehrere solcher Gewehre in seinem Arsenal. Der Erlös der umstrittenen Aktion soll einem Hilfsprogramm für Drogensüchtige zugute kommen.
Nun, auch in der katholischen Kirche gab es Zeiten, in denen die Ideen, um an Geld zu kommen, mehr als fragwürdig waren. Um ihren wachsenden Geldbedarf decken zu können, entwickelte die Kirche eines der einfallsreichsten Finanzierungsmodelle der Geschichte – das Geschäft mit dem Ablass. Zahlen musste jeder, der das Fegefeuer vermeiden wollte. Und wer ganz auf Nummer sicher gehen wollte, der konnte auch gleich noch seine verstorbenen Verwandten und Freunde freikaufen. Möglich machte das der Ablass, eine Art Versicherungs-Police fürs Jenseits, mit der sich die Menschen für ein paar Münzen gegen die Qualen des Fegefeuers absichern konnten.
Die Geschäftemacherei von damals hatte Folgen – bis in die Gegenwart. Die Ablasskampagne rief Martin Luther auf den Plan, der in Predigten das missbräuchliche Ablasswesen anprangerte. Das gab den Auftakt zu einer Revolution in der Kirche und der Gesellschaft: die Reformation.
Lässt die katholische Kirche heute sammeln, stehen zwei Dinge im Vordergrund: Bedürftige und Transparenz. Ein Leuchtturm-Projekt ist hier der Sonntag der Weltmission am 22. Oktober – die größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche weltweit. Papst Pius XI. führte diese Kampagne 1926 für die gesamte Kirche ein. Mit Spenden und der Kollekte sammelt missio in allen Pfarrgemeinden für die ärmsten Diözesen der Weltkirche. missio unterstützt die katholische Kirche in über 90 Partnerländern in Afrika, Asien und Ozeanien, insbesondere durch die Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Zudem finanziert das Werk den Aufbau der kirchlichen Infrastrukturen.
Aktuell geht es um Burkina Faso, Sahelzone, Westafrika. Neun Millionen Menschen müssen dort mit weniger als 1,50 Euro täglich auskommen. Besonders viele Kinder leiden unter der Armut. Die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Dürrekatastrophen bringen zusätzlich Leid für die Menschen. Die Lebenserwartung in diesem Land beträgt gerade mal 59 Jahre (im Vergleich: Deutschland 81 Jahre). Trotz vielfältiger Benachteiligung und Ausgrenzung sind dabei Frauen die tragende Säule des kirchlichen Lebens – insbesondere bei der Weitergabe des Glaubens und der Gestaltung eines an christlichen Werten orientierten Lebens in den Familien und Gemeinden. Siehe dazu auch die „Gedanken zum Sonntag“ (S. 7) und unsere Reportage „Ein Haus der Hoffnung“ (S. 16 und 17).
Wer das kirchliche Hilfswerk missio unterstützt, hilft helfen und kann sicher sein: „Mein Geld kommt an!“ Weder ein korrupter Staatschef in Afrika, noch sein geldgieriger Clan können Spendengelder aus Deutschland einsacken. Über diesen Zweck des Geldeinsammelns am 22. Oktober wird man – anders wie beim Ablasshandel – auch noch in 500 Jahren stolz sein können.
 


Autor: Werner Friedenberger
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