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Auf dem Weg zu Papst Franziskus
Auf dem Weg zu Papst Franziskus
Auf dem Weg zu Papst Franziskus

Gruppe aus Bad Füssing vertritt Deutschland beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom

Bad Füssing. Die Botschaft der Geburt Christi einmal im Petersdom verkünden zu dürfen, nur wenige Meter vom Heiligen Vater entfernt – davon träumt wohl jeder Sternsinger. Für fünf der „Heiligen Drei Könige“ aus dem Pfarrverband Bad Füssing geht dieser Traum in Erfüllung. Sie dürfen in wenigen Wochen nach Rom reisen, um beim Jahresschlussgottesdienst und bei der Messe am Neujahrstag vor Franziskus ihr Heimatland zu repräsentieren. „Ich freue mich schon sehr darauf, dass ich den Papst live sehen darf“, bekundet Klara Hasch.
Ähnlich aufgeregt wie die Elfjährige sind Theresa Fuchs (11), Theresa Krenn (12), Maria Schwarz (12) und Sternträger Gabriel Schmidt (13), allesamt aus dem Pfarrverband Bad Füssing. „I bin scho a wengal nervös“, gesteht Maria, zumal sie und die anderen erfahrenen Sternsinger noch nicht so genau wissen, was in der Heiligen Stadt und insbesondere im Vatikan so alles auf sie zukommen wird. Vielleicht sogar Papst Franziskus höchstpersönlich? „Das kann passieren“, erklärt ihnen Sebastian Ulbrich vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V. mit Sitz in Aachen.
Die Fünf erhalten bei einem ersten Einweisungstreffen zusammen mit ihren Eltern, der Ministranten-Referentin des Bistums Passau, Edith Drexler, sowie Bad Füssings Pfarrer Andreas Rembeck und Diözesanjugendpfarrer Wolfgang de Jong schon mal erste Instruktionen, was auf der sicher unvergesslichen Rom-Reise alles zu beachten ist. Am Anfang heißt es: Tausche Turban gegen Krone. Obwohl die orientalische Kopfbedeckung bestens zu den von der Vorsitzenden des Frauenbundes Würding, Rita Freudenstein, eigens neu genähten Gewändern passt. Sie sollen als Könige auftreten.
Glanzlicht nach der Ankunft mit dem Flugzeug am 28. Dezember wird für die jungen Sternsinger aus dem Kurbad-Pfarrverband der Neujahrsgottesdienst am 1. Januar um 10 Uhr im Petersdom sein. Drei der fünf wird dabei eine besondere Ehre zuteil werden: Theresa Fuchs und Theresa Krenn sowie Gabriel Schmidt dürfen aktiv mitwirken und als Messdiener fungieren – ein ausdrücklicher Wunsch des Heiligen Stuhls. „Ihr seid die einzigen ungeweihten Ministranten. Alle anderen sind Priester“, erzählt Sebastian Ulbrich und kündigt ihnen das Üben mit den Geistlichen als „großes Schauspiel“ an.
Kein Wunder, dass die Aufregung schon jetzt steigt. Gabriel stellt sich bildlich bereits den feierlichen Auszug als Sternsinger – vorbei an Menschenmassen aus aller Herren Ländern – aus dem Petersdom auf den Petersplatz vor, wo Franziskus um 12 Uhr das Angelus-Gebet sprechen wird. „Das werde ich bestimmt cool finden“, ist sich der 13-Jährige schon jetzt sicher. Mit den vier weiteren „Weisen aus dem Morgenland“ repräsentiert er in Rom die rund 500.000 Sternsinger in ganz Deutschland. Insgesamt werden 46 Sternsinger-Gruppen aus sieben europäischen Nationen dabeisein.
Auf dem Programm stehen bis zum Rückflug am 2. Januar auch Stadtbesichtigungen, Begegnungen mit anderen Delegationen, ein spannender Blick hinter die Kulissen der Schweizer Garde – einschließlich Waffenkammer – und ein kleiner Empfang im Ehrenhof von Vatikanstadt. An Silvester betreten die Bad Füssinger Sternsinger auch den Campo Santo Teutonico, der gleichsam allen deutschsprachigen katholischen  Gemeinden gehört, wie sie Sebastian Ulbrich vom Kindermissionswerk wissen lässt. Dort dürfen mehrere „Könige“ den Segensspruch für 2018 aufsagen. 
Am Neujahrstag ist nach dem festlichen Gottesdienst und dem Angelus-Gebet des Papstes die Segnung der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl angesagt, anschließend ein gemeinsames Essen mit Botschafterin Annette Schavan, früheres Mitglied des Bundestages und bis 2013 Bundesbildungsministerin. „Es kann durchaus sein, dass es zu einer spontanen Begegnung mit einem deutschen Kardinal kommt“, macht Ulbrich die fünf jungen Niederbayern auf weitere Überraschungen in Rom gefasst – auch auf die Medien-Präsenz um sie herum.
Auslöser für die Auswahl einer Sternsinger-Gruppe aus der Diözese Passau ist die bundesweite Aussendungsfeier, die sie am 28. Dezember 2018 im Marienwallfahrtsort Altötting ausrichten wird. „Eine Riesenehre für uns“, merkt Diözesanjugendpfarrer de Jong dazu an. Die „Feuertaufe“ für die künftigen Gastgeber – vertreten durch die erfahrenen Jugendlichen aus dem Bad Füssing – erfolgt etwa ein Jahr zuvor im Vatikan. Rund um das Dreikönigsfest 2019 werden dann Sternsinger aus dem Bistum von Oberhirte Stefan Oster im Bundeskanzleramt in Berlin zu Gast sein dürfen.
„Eine große Ehre auch für Bad Füssing“, freut sich Bürgermeister Alois Brundobler über die Abordnung der fünf Sternsinger nach Rom. Er stimmt ins Credo von Sebastian Ulbrich mit ein: „Ihr müsst Euch keine Sorgen machen, Ihr müsst nicht aufgeregt sein.“ Die schüchternen Blicke der jungen Sternsinger deuten aber eher darauf hin, dass ihnen (noch) der Glaube fehlt, keinen Grund zur Nervosität zu haben. Schließlich wird der Neujahrsgottesdienst via TV ein Milliarden-Publikum weltweit erreichen. „Es hat bisher immer gepasst“, schickt Ulbrich zur Beruhigung rasch hinterher.
 
Foto: Brunner
 


Autor: Bernhard Brunner
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