
Obwohl sie schon im Berufsleben stehen und den Autoführerschein haben, machen sie noch immer etwas mit Leib und Seele: den Ministrantendienst. Andrea Lenz (22) aus Zeholfing ist eine von ihnen. Auch sportlich gesehen ist sie als Paragliderin dem Himmel nahe.
Zeholfing. Die 22-jährige Andrea Lenz aus Zeholfing ist seit ihrem neunten Lebensjahr Ministrantin, eine ungewöhnlich lange Zeit für eine junge, erwachsene Frau, die seit vielen Jahren ihre Dienste am Altar einbringt und mit Freude dieses Amt ausübt. Andrea gilt als sehr gewissenhaft, ehrgeizig, aufgeschlossen, ehrlich und fleißig. Besonders lobenswert ist, weil sie sich stets um Ministranten-Nachwuchs bemüht.
Wie ist sie dazu gekommen? Und warum schon so lange? Ihre Ministrantenlaufbahn begann 2007 im Alter von neun Jahren. Gemeindereferentin Johanna Kucera-Lang erteilte damals Kommunionunterricht und fragte Andrea, ob sie Ministrantin werden möchte. Unmittelbar nach ihrer 1. Hl. Kommunion begann sie mit den Vorbereitungen und Proben und nahm an Gruppenstunden teil. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit begann sie den Dienst am Altar beim damaligen Stadtpfarrer Christian Kriegbaum und Kaplan Christian Thiel.
Die Gemeinschaft mit anderen Kindern und Jugendlichen war ihr wichtig – und der Glaube an Gott. Im Laufe von 13 Jahren diente sie auch für die im Pfarrverband Landau tätigen Kapläne Thiel, Schächner, Paulus, Peedikaparambil, Reiter und Nelson. 2007 wurde ein Ministrantenbuch eingeführt, das nun Andrea momentan verwaltet. 2013 wurde sie zur Oberministrantin befördert. Weitere Oberministranten in der Pfarrei Zeholfing sind Lisa Klostereit und Florian Wimbauer. Sie sind ein gutes, eingespieltes Team und führen die Gruppe von derzeit 17 Ministranten. Sie sorgen immer dafür, dass auch der gesellschaftliche Bereich nicht zu kurz kommt. Dazu gehören Aktivitäten wie zum Beispiel Gruppenstunden, Quizabende, Zelt- oder Skilager, Eis- und Pizzaessen oder Fahrten zum Bayernpark oder Thermen. Außerdem werden Treffen mit anderen Ministranten aus dem Pfarrverband organisiert. Leider sind die Aktionen in diesem Jahr sehr eingeschränkt.
Andrea Lenz macht ihren Dienst am Altar aus Überzeugung, Idealismus und aus dem Glauben heraus. Ihr gefällt das Leben in der Gemeinschaft. Sie ist gläubige Christin, besucht Gottesdienste, wenn sie nicht gerade Dienst am Altar hat. Auch Beten ist ihr wichtig. Bevor sie ihre berufliche Abschlussprüfung und Führerscheinprüfung ablegte, fuhr sie jeweils nach Altötting und betete in der Gnadenkapelle. Beide Prüfungen hat sie geschafft.
75 Cent erhält sie pro Dienst als Ministrantin. Ihr geht es dabei natürlich nicht um das Geld. Sie macht die Arbeit gern und schafft es immer wieder, Nachwuchs zu motivieren. Sie opfert gerne ihre Freizeit. Das Taschengeld wird bei außerordentlichen Diensten wie zum Beispiel Hochzeitsgottesdiensten, Taufen, Beerdigungen, Sternsinger-Aktionen ein bisserl aufgebessert, wie sie sagt. Ansonsten gibt es eine Ministrantenkasse, die sie auch verwaltet. Andrea und ihr Ministrantenteam pflegen ein sehr gutes Verhältnis zur Mesnerin Maria Häfel. Die Zusammenarbeit ist perfekt. Stadtpfarrer August Lindmeier ist ebenfalls sehr stolz auf die große Anzahl der Zeholfinger Ministranten und lobt vor allem die Arbeit der Oberministranten.
„Besondere Momente von Andrea waren zwei Ministrantenwallfahrten nach Rom. Höhepunkt waren zwei Papstaudienzen mit allen Ministranten auf dem Petersplatz. Diese Augenblicke waren ein Erlebnis für Andrea. Vergessen wird sie das nie, Papst Franziskus war gerade Mal zehn Meter entfernt, für viele nur ein Traum, für Andrea war es Wirklichkeit.”
Inzwischen hat die langjährige Ministrantin eine Ausbildung hinter sich und arbeitet als Bäckereifachverkäuferin. Obwohl viele ihrer Bekannten in ihrem Alter bereits verheiratet sind und Kinder haben, denkt die 22-Jährige noch nicht ans Heiraten. Sie wohnt bei ihren Eltern und fühlt sich da wohl. Sie hat noch einen Bruder, Stefan (19). Auch er war einmal Ministrant in Zeholfing. In ihrer Freizeit trifft sie sich mit Freundinnen, geht in Discos (derzeit leider nicht), ins Fitnessstudio und ist Mitglied der Simbacher Garde, wo sie jede Woche einmal Tanzproben hat. Sie geht Wandern und Radfahren. Ihren Urlaub verbringt sie eher beim Wandern im Bayerischen Wald, Österreich oder Italien. Andrea trägt gern Dirndlkleider – sie besitzt sieben Stück davon. Besondere Erlebnisse waren zweimal Paragliding-Tandemflüge.
„Das Gefühl an Freiheit zwischen Himmel und Erde war unbeschreiblich, erzählt sie. Auch wenn sie bei Tandemfliegen gerne abhebt, ansonsten ist sie bodenständig.”