Als Sodalen sind wir im Herrn eine Kameradschaft, eine Freundschaft, eine Gefährtenschaft“, betonte Msgr. Josef Fischer in seiner Predigt in der St. Anna-Basilika vor rund 1000 Zuhörern. Und so wie die Gottesmutter Maria wüssten auch die Freunde und Gefährten der MC wie gut es sei, berufen zu sein und einen Auftrag zu haben.

Der ehemalige Passauer Domkapitular und Vorsitzende des Altöttinger Marienwerks wandte sich gegen einen Rückzug ins Private: „Notwendig ist das Ehrenamt, unersetzlich ist bei allen notwendigen Lohnverhandlungen nach wie vor die Vergelt’s Gott-Arbeit“, sagte er. Mit Bezug auf die 2. Lesung (Röm 14,7−9) – „Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber“ – betonte er, dass nicht die Mitgliedschaft in einem Verein und einer Partei entscheidend sei, sondern: „Als Marianische Männerkongregation gehören wir zusammen dem Herrn.“ Hierbei mahnte er jedoch auch: „Nicht die sogenannten ‚Besseren‘ sind wir!“ Auf die Berufung komm es an, ebenso darauf zu wissen, dass Gott jedem Menschen seine „Bedeutung, Würde und seinen Namen“ gebe. „Jeder von uns gehört mit Vielen zur Kongregation, zu dieser Kirche im Kleinen und im ganz Besonderen“, stellte Msgr. Fischer fest. Auch wenn manchmal ein Groll gegen andere, gegen die Gesellschaft sowie die Kirche zum Leben dazugehörten – letztlich komme es darauf an, vergeben zu können, mahnte der Prediger. „Nicht Rache heilt, sondern Vergebung“, sagte er mit Bezug auf die 1. Lesung (Sir 27,30-28,7) und fügte hinzu: „Was für das persönliche Leben gilt, betrifft auch das politische.“ Nur so entstehe Sodalität und Solidarität. In Anlehnung an das Evangelium (Mt 18,21−35) hob Msgr. Fischer schließlich auch hervor wie wichtig es sei, hinzuschauen und sich einzumischen, wenn Ungerechtes geschieht. Denn eines gehe gar nicht: „Auf Gottes Erbarmen setzen und mit seinesgleichen erbarmungslos umgehen.“ Sodalen seien vielmehr als „Zeugen göttlicher und menschlicher Vergebung gesandt“ und sollten als solche auch stets die Wahrheit aussprechen.
MC-Herbsthauptfest 2023 – Impressionen
Msgr. Fischer, der selbst seit vielen Jahren „Sodale“ bzw. „Freund“/„Gefährte“ der MC ist, stellte sich beim Obmännertreffen im Kongregationssaal einigen Fragen. Auch hier betonte er die Bedeutung einer Gemeinschaft und wie wichtig es ist, Einzelne willkommen zu heißen. MC-Präses Bruder Georg Greimel OFMCap dankte den Obmännern für ihre Arbeit in den rund 200 Ortsgruppen und warb dafür, den Glauben auch an die jüngere Generation weiterzugeben. MC-Präfekt Stefan Burghart betonte die Verbindung von Marianischer Männerkongregation (MC) und Altöttinger Marienwerk, dessen Vorsitzender Msgr. Fischer ist: beide seien sie Gebetsgemeinschaften und „Säulen der Wallfahrt“, und „beide tragen sie die Marienverehrung ins Land“. Außerdem kündigte Burghart ein großes Jubiläum im kommenden Jahr an: 425 Jahre alt wird die MC in 2024; zum MC-Frühjahrshauptfest am 10. März wird der Münchner Kardinal Reinhard Marx erwartet.

Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes übernahmen auch heuer die Altöttinger Hofmusik unter Leitung von Karlmann Kanzler und die Gebrüder Bernhart – letztere bekamen im Anschluss an das Obmännertreffen von Br. Georg und Stefan Burghart einen Geschenkkorb überreicht: seit bereits 40 Jahren bereichern die Gebrüder die beiden jährlichen Hauptfeste der MC mit ihrem Gesang.

Rund 40 Fahnenabordnungen zogen dieses Jahr in die Basilika ein zum Festgottesdienst. Während der Messe legten 14 Sodalen nach einjähriger Mitgliedschaft feierlich ihre Lebensweihe ab. Sieben Sodalen wurden neu in die Gemeinschaft aufgenommen. Beim Festgottesdienst konzelebrierte neben Br. Georg auch Priester Ulrich Bork aus Hamburg; es assistierte Diakon Georg Hifinger, der erst im August seinen 90. Geburtstag hatte. Die Ministranten kamen auch dieses Mal aus Malgersdorf; außerdem ein junger Messdiener, der mit drei Sodalen aus der Lausitz mit angereist war. Unter den Besuchern waren u.a. der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Alexander Dobrindt, CSU-Generalsekretär Martin Huber, MdB Stephan Mayer, Landrat Erwin Schneider, Altöttings Bürgermeister Stephan Antwerpen und Zweite Bürgermeisterin Christine Burghart.
Im Anschluss an den Festgottesdienst fand eine Eucharistische Prozession zur Gnadenkapelle statt. Dort wurden u.a. ein Mariengebet von Papst Benedikt XVI. und ein Friedensgebet gesprochen. MC-Präses Br. Georg spendete den Segen mit der Monstranz.

Michael Glaß
Redakteur