Einige Pilger trugen beim Einzug schwere, teils mannsgroße Holzkreuze auf ihren Schultern, weitere schwangen die roten Legio-Fahnen. So weit war dies ein gewohntes Bild. Allerdings kamen nicht wie sonst 7 – 8000 Pilger, sondern nur 700. Wie immer trafen sich die Wallfahrer, die aus München, Freising, Rosenheim, Augsburg und Salzburg kommen, in Heiligenstatt, um von dort gemeinsam nach Altötting zu gehen. Dieses Mal aber waren sie nur diese restliche Strecke zu Fuß marschiert und hatten sich zuvor mit dem Bus bringen lassen – zu knapp war aufgrund der Pandemie die Vorbereitungszeit, um diese große Wallfahrt, insbesondere Übernachtungsquartiere, zu organisieren, wie Pilgerleiter Florian Robida und sein Stellvertreter Andreas Wimmer (Verein „Pfingstwallfahrt Altötting e.V.“) mitteilten. Es muss sich eben alles erst wieder einspielen.
Impressionen von der Ankunft der Lego-Mariae-Wallfahrer in Altötting
Fotos: Roswitha Dorfner
Bruder Gabriel Hüger von den Brüdern Samariter in Altötting begrüßte die Wallfahrer und begleitete sie über den Kapellplatz zur Basilika. Wallfahren bedeute, den Mut zu haben, sich zum Glauben zu bekennen, betonte Bruder Gabriel und verwies dabei auf die vielen Kreuzträger. Nach zwei Jahren Pandemie sei es ein „befreiendes Zeichen“, wieder Glaubensgemeinschaft leben und erleben zu können.

700 Teilnehmer waren laut Wallfahrtsprogramm gemeldet, zusammen mit den „Abholern“ etwa doppelt so viele füllten die Basilika, um an der Pilgermesse mit Domkapitular Daniel Reichelt (Rosenheim) teilzunehmen. Der Hauptzelebrant war überwältigt angesichts der vollen St. Anna-Basilika: „Schön, dass Sie da sind“, begrüßte er die Pilger. Wenn man zu Maria wallfahre, dann sei dies wie ein Muttertag, sagte er: „Wir kommen zur Mutter nach Hause, haben uns auf den Weg gemacht, um Gott mit Maria zu entdecken.“ Maria sei das Bild für Glauben, Liebe und Einheit. Als Mutter aller Gläubigen sei sie uns spirituelle Kraftquelle. Einsamkeit sei ein großes Thema unserer Zeit. So nehme uns die Wallfahrt in die Pflicht, einander als „wertvoll“ und „zugehörig“ zu betrachten. „Maria ist unsere Mutter, die uns liebt, trägt und zu Christus führt“, schloss er seine Predigt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner